Glinde - Heereszeugamt

_

Am 06.09.1937 wird das Heereszeugamt nach nur eineinhalb Jahren Bauzeit eingeweiht. Es lagert und hält den Bedarf an Heeresmaterial für das X. Armeekorps bereit. Die Einweihungsfahrt wurde mit der O+K Lok aus Berlin durchgeführt, sie ging später an BOE.

_

So sahen ca. 1/3 der Ausmaße des Heereszeugamtes im Jahre 1940 aus, das ganze Gelände umfaßt 32Ha. Hier der Blick von der Betonstraße (heute Am Sportplatz). Das kleine flache Gebäude im Vordergrund ist die Wache.

_

Die Einfahrt mit der Wache und den Stabsgebäuden. Annähernd 2000 Menschen kommen aus allen Teilen Deutschlands um dieses riesige Bauprojekt zu bewerkstelligen.

_

Hier der Blick in Richtung Norden. Im Hintergrund ein Stabsgebäude.

_

Damals befand sich eine lange Verladehalle entlang der nördlichen Gleisseite. gut zu erkennen ist, daß es damals noch nicht die durch die Engländer gebaute Verladehalle (Bahnhof) am Ende des Geländes gab.

_

Dafür waren die Gebäude für Lagerung und Unterbringung verschiedener militärischer Gerät- schaften schon damals in dem Ausmaß bis zum Abriß 2008 erstellt.

_

Eine von vielen Verladerampen an den über 400m langen Gleisen auf dem Gelände.

_

Modern ging es schon damals zu. Hier eine Verladeszene mit Elektrokarren.

_

Eine weitere Verladeszene mit Elektrokarren.

_

Am 06.10.1944 traf es Glinde bitter. Ein englischer Luftangriff auf das Heereszeugamt endete mit schlimmen Verwüstungen im Umkreis. Die lange Verladehalle erhielt mehrere Volltreffer und wurde komplett zerstört.

-

Ein Bomberverband aus Nordwesten flog um 11:00 Uhr an Hamburg vorbei in Richtung Berlin. Über Bergedorf drehten ca. 60 Flugzeuge bei und kehrten nach Glinde zurück, überraschend für die Bediensteten, die schon langsam aus ihren Bunkern und Kellern hervorkamen.

_

Es waren dadurch auch 32 Tote zu beklagen. 10 bis 12 Minuten hatte der Angriff gedauert und es wurden 500 große und 6000 - 8000 Stabbrandbomben abgeworfen, die hatten ein Werk der Vernichtung vollbracht.

_

Das Heereszeugamt hatte für den Rest des Krieges ausgediehnt, der Luftangriff war von durschlagendem Erfolg.

_

In mitten der Trümmer steht eine T3, die die mit Petroleum, Vorholöl, Infanterie-Munition, Benzin, Motorenöl, Lichte, Balken, Bretter und techn. Gasflaschen für Schweißapparate beladenen Güterwagen abholen sollte.

_

Der Anschlußplan an das Heereszeugamt aus dem Jahre 1949, den ich digital überarbeitet habe. Zur besseren Ansicht bitte anklicken.

_

Nach der Kapitulation der deutschen Wehrmacht bezogen die Engländer das Heereszeugamt. Eine weit nach Osten vorgeschobene Nachschubbasis für die englische Rheinarmee, die den Namen 15. ABOD/BAOR (15. Advance Base Ordenanz Depot British Army of the Rhin) trug. Im Heereszeugamt wurde das N° 1 MTS-Depot (N° 1 Mechanical Transport Depot) eingerichtet.

_

Auch die Leitung der Kreisbahn wurde von den Engländern übernommen. Aus dem Zeugamt heraus wurde das komplette Material für die englisch besetzte Zone geliefert. Eine logistische Meisterleistung für den Aufbau des zerstörten Deutschland wurde von hier aus abgewickelt. Die letzten beiden Aufnahmen stammen aus dem Winter 1947.

_

Für die englischen Soldaten wurde sogar ein Haltepunkt mit Unterstand gebaut, der sogar in den Kursbüchern mit dem Kürzel fr. Zeugamt erschien. Das Schild trägt die Inschrift: Britisches Eigentum Beschädigungen jeder Art werden streng bestraft.

_

Nachdem die Bundeswehr im November 1968 wieder die Hoheit im, wie es jetzt hieß, Depot hatte, passierte diese Entgleisung auf dem Gelände. Bei der Dampflok handelt es sich bereit und eine BR52, die zu dieser Zeit oft bis nach Glinde kam.

_

Hier fährt der VHH Bus mit Anhänger Richtung Trittau ab. Rechts daneben die Wache des Gerätedepots.

_

Auf dem Stammgleis im 'Gleisdreieck' hinterstellte die Firma Hansa Rohstoffe im März 1967 diese ausrangierten Kesselwagen

_

Um 1972 fanden im sogenannten Gleisdreieck umfangreiche Gleisbauarbeiten statt. Das sogenannte Gleisdreick befindet sich nördlich der Möllner Landstraße und westlich der Betonstraße (heute Am Sportplatz).

_

Das Stammgleis in Richtung Willinghusen verläuft hier noch im Vordergrund, verdeckt durch Planzen. Das nach rechts führende Gleis führt zur Umsetzanlage und dann zurück ins Gerätedepot.

_

So sah es nach den Umbauten im Jahre 76/77 an der Umsetzanlage aus. Von hinten kam das Gleis aus Richtung Trittau. Rechts die Betonstraße.

_

Bis hierhin waren die Gleisbauarbeiten fertig, später wurde auch das Stammgleis im Hintergrund noch aufgearbeitet.

_

_

Links das Stammgleis und rechts das Gleis in die Umsetzanlage.

_

Auch diese Schienen wurden später noch ausgewechselt.

_

Hier sieht man das geradeaus führende Stammgleis in Richtung Trittau. Die abzweigende Weiche führt in die Umsetzanlage.

_

Hier erkennt man die Umsetzanlage und in Höhe des Oberkörpers der Dame das Gleis, das zum Gerätedepot führt.

_

Das Ausziehgleis an der Betonstraße (heute Am Sportplatz) wird als letztes saniert.

_

Im Winter 1979 ist eine Leihlok aus Hesedorf im Glinder Gerätedepot.

_

Die AKN Lok V2.016 liefert in diesem strengen Winter einige Güterwagen an.

__

Die Deutz Lok KS 230 B aus Hesedorf.

_

_

_

Noch eine Deutz Lok in Glinde, wahrscheinlich auch aus Hesedorf, aber zu einem anderen Zeitpunkt mit anderer Lackierung.

_

Diese Henschel DH 360 C (Werknummer 28640) im Jahr 1985 - 1989 war für einige Zeit fest in Glinde stationiert.

_

Die ersten Bundeswehrfahrzeuge verlassen das Gerätehauptdepot im Jahre 1998 und machen Platz für UN - und KFOR - Fahrzeuge (Am Sportplatz).

_

Zurück zu den Bahnhöfen